Der Australian Shepherd

Anstatt hier zu schreiben was man auf jeder Seite findet, werde ich ihnen lieber meine eigenen Erfahrungen mit dieser Rasse mitteilen. Ich habe nämlich gemerkt, dass so gut wie kaum ein Text über den Aussie mit meinen eigenen Erfahrungen übereinstimmt.
Der Aussie ist ein Arbeitshund, der viel Beschäftigung braucht. Daraus ergibt sich, dass man sehr viel Zeit und Arbeit investieren muss um einen Aussie richtig zu erziehen. Aussies lernen schnell und sie lernen immer! Somit auch Dinge die man vielleicht nicht möchte. Ständig wollen sie etwas dazu lernen und gefordert werden. Man sieht also, dass die geistige Auslastung für einen Aussie ebenso wichtig ist wie die körperliche. Es bringt nichts, den Hund nur neben dem Fahrrad her laufen zu lassen. Er ist dann zwar körperlich ausgelastet, aber er wird geistig nicht gefordert. So wird ein Aussie nicht glücklich. Er sucht sich dann ganz schnell eine andere Beschäftigung, die ihnen vielleicht aber nicht passen wird, wie z.B. die Demolierung ihrer Einrichtung oder der Dinge, die sie herum liegen lassen.

Maddox spielt am liebsten Frisbee

Maddox spielt am liebsten Frisbee

Aber VORSICHT man kann einen Aussie auch überfordern. Er ist weder der perfekte und selbsterziehende Familienhund, wie er gern da gestellt wird, noch ist er ein Hund, der 24 Stunden bespaßt werden muss. Man muss auch Ruhe in einen solchen Hund bekommen, damit er nicht hyperaktiv wird oder er einmal zusammenbricht, weil es zu viel für ihn ist.

Schnell hat man so einen Welpen, dem man alles bieten und beibringen möchte, völlig überfordert und hoch gepuscht. Er will dann entweder immer mehr und mehr oder wird frustriert, weil er nicht versteht, was man von ihm möchte.

Man sollte sich einfach auf seinen Hund einlassen und herausfinden was das richtige Maß für ihn ist. Weniger ist da manchmal mehr.

Was nicht stimmt ist, dass Aussies nicht jagen. Ich kenne eine ganze Reihe Aussies, deren Lieblingsbeschäftigung das Jagen ist. Der Hütetrieb des Aussies ist ein abgebrochenes Jagdverhalten, es ist also durchaus normal einen Aussie mit Jagdtrieb zu bekommen.

Nicht zu verschweigen ist der Schutztrieb, den ein Aussie hat. Auch hier ist wieder eine konsequente Erziehung gefragt, denn ein Aussie kann durchaus gefährlich werden, wenn man seinen Schutztrieb nicht unter Kontrolle hat.

Ein weiterer Irrtum ist, dass Aussies aus Showlinien nicht so viel Beschäftigung brauchen wie die aus Arbeitslinien. Hunde sind Individuen und so ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Aussie aus einer Showlinie manchmal mehr Arbeit braucht als einer aus einer Arbeitslinie. So etwas ist durchaus möglich.

Der Aussie gehört zu Leuten, die sich viel mit ihrem Hund beschäftigen wollen, dass heißt, ihm Tricks beibringen und ihm eine artgerechte Beschäftigung bieten, wie z.B. Agility, Obedience, DiscDogging oder Hüten. Konsequenz ist das A und O der Aussieerziehung, ohne Konsequenz tanzt er Ihnen bald auf der Nase herum.

Wenn man ihm eine vernünftige Auslastung und viel Zeit bieten kann, kann er zu einem tollen Begleiter werden.

Aussies sind von ihrem Wesen her genauso unterschiedlich wie sie es von ihrem Äußeren her sind. Nicht jeder Aussie hat z. B. einen ausgeprägten „Will to please“ (gefallen wollen). Man kann durchaus an einen Sturkopf geraten, der alles andere im Kopf hat, als seinem Herrchen oder Frauchen zu gefallen. So einem Aussie muss man auch manchmal zeigen, dass man ein „Nein“ auch meint und nicht nur so daher sagt.
Auf der anderen Seite gibt es sehr sensible Hunde, die auch schon auf Kleinigkeiten reagieren und einfach alles für einen tun würden, auch ohne Leckerchen.
Da es so viele Unterschiede gibt, ist es umso wichtiger einen guten Züchter zu finden. Er wird Ihnen helfen den Welpen aus dem Wurf auszusuchen, der am besten zu ihnen passt.